Flusslandschaftstypen Österreichs

Leitbilder für eine nachhaltige Entwicklung von Flusslandschaften

(Forschungsprojekt im Rahmen des nationalen Forschungsprogramms 'Kulturlandschaft' des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur)
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Projektleitung:

Susanne Muhar
Abt.f.Hydrobiologie, Fischereiwirtschaft und Aquakultur, Univ. f. Bodenkultur Wien


Projektabschluss: Mai 2003
 

Publikationen ausgewählter Ergebnisse

Kurzzusammenfassung

Aktuelle gewässerpolitische Richtlinien auf nationaler und EU-Ebene sind Ausdruck eines veränderten Umganges mit Fließgewässern bzw. Gewässerlandschaften als Nutzungsraum für den Menschen ebenso wie als ökologische Ressource. Gleichzeitig stellen sie alle gewässerbezogenen Wissenschaftsdisziplinen, Behörden sowie die regionale Bevölkerung vor eine Vielzahl offener Fragen und neuer Aufgabenbereiche.

Zwei aktuelle gewässerbezogene Rechtsinstrumente sowie der Anspruch, Leitbilder für eine nachhaltige Entwicklung von Flusslandschaften zu erarbeiten, bilden auch die zentrale Motivation für die Aufgabenstellungen und Ziele des vorliegenden Projektes:

  • Die "Water Framework Directive" (WFD) als bindende Vorgabe der künftigen Gewässerpolitik aller EU-Mitgliedsstaaten, die auf EU-Ebene im Jahre 2000 in Kraft getreten ist. Diese Richtlinie beinhaltet weitreichende Bestimmungen in Hinblick auf die Sicherung und Verbesserung der ökologischen Funktionsfähigkeit von Gewässern. Für die Umsetzung dieser Bestimmungen fehlen noch wesentliche wissenschaftliche Grundlagen (z.B. Abgrenzung von Gewässertypen, Definition der sehr guten und guten ökologischen Qualität als Bewertungsstufe für die ökologische Funktionsfähigkeit).
  • Das "Gewässerbetreuungskonzept" (GBK), ein in Österreich auf nationaler Ebene in den letzten Jahren bereits vielfach angewendetes Planungsinstrument, welches die Entwicklung und Umsetzung wasserwirtschaftlich und ökologisch orientierter Maßnahmen an Fließgewässern zum Ziel hat. Dieses Konzept hat sich in seinen Ansätzen bereits bewährt. Dennoch nehmen Leitbildentwicklung, Evaluierungsprozesse und Maßnahmenplanung als zentrale Elemente des GBK's derzeit noch relativ wenig Bezug zu sozio-ökonomischen Belangen und partizipativen Vorgehensweisen und wurden noch nicht auf ihre "Nachhaltigkeit" überprüft.

Vor diesem Hintergrund behandelt das Forschungsprojekt folgende Arbeitsschwerpunkte:

  • Die österreichweite Typisierung von Fließgewässern bzw. Fließgewässerabschnitten nach ihrem naturräumlich-ökologischen Potential und in weiterer Folge die Klassifizierung von Flusslandschaftstypen als Produkt dieses naturräumlichen Potentials und menschlichen Wirkens in der Landschaft.
  • Die (Weiter)Entwicklung von Leitbildern für Flusslandschaften sowohl über normative Szenarienvorgaben durch ökologische und sozio-ökonomische Kriterien als auch über partizipative Entwicklungsprozesse sowie deren Evaluierung. Im Mittelpunkt befindet sich die Weiterentwicklung des Leitbildansatzes sowohl modellhaft als auch anhand eines konkreten Fallbeispieles an der Möll, welches in engem inhaltlichen Konnex mit dem derzeit laufenden Gewässerbetreuungskonzept Möll steht. Verbindung und Rückkoppelung zwischen diesen beiden Bearbeitungseinheiten geschieht einerseits über ein generell anwendbares Modell zur Leitbildentwicklung von Flusslandschaften, dessen methodische Ansätze im Fallbeispiel Möll angewendet und verifiziert werden sollen. Andererseits fließen Ergebnisse/Erkenntnisse und Erfahrungen an der Möll in die Ausarbeitung von Zukunftsstrategien zur Umsetzung von Flusslandschafts-Leitbildern ein, die wiederum auf die Gesamtheit österreichischer Fließgewässer übertragen werden können.

In Hinblick auf den künftigen Vollzug der WFD als auch auf die Umsetzung gewässerbezogenen Planungsinstrumente können folgende Ziele des Projektes definiert werden:

  • österreichweite Ausweisung von naturräumlich-ökologischen Flusstypen als Referenz für generelle ökologische Evaluierungsprozesse sowie speziell für die Beschreibung der "sehr guten ökologischen Qualität" laut Water Framework Directive
  • Weiterentwicklung von Methoden ökologischer Evaluierung von Fließgewässern in Konnex mit den Anforderungen der gewässerbezogenen Planung
  • Anwenden der normativen Vorgaben der Water Framework Directive auf konkrete Flusslandschaften am Beispiel der Möll und Überprüfen der Umsetzung dieser EU-Richtlinie
  • Weiterentwicklung des Prozesses der Leitbilderstellung (Verbindung gewässerökologischer und sozio-ökonomischer Leitbilder)
  • Weiterentwicklung gewässerrelevanter Planungsinstrumente in Hinblick auf eine verstärkte Einbeziehung sozio-ökonomischer Belange sowie Verbesserung der Anwendung und Umsetzung der Ergebnisse dieser Planungsinstrumente
  • Ableiten inhaltlicher wie organisatorischer Empfehlungen zur Implementierung der Ergebnisse in behördliche Verfahren, regionale Prozesse, raumrelevante Planungen sowie das österreichische Förderwesen .

Im Rahmen des Zusatzmoduls "Anthropogene Nutzungen und Eingriffe in und an der Möll um 1830 am Beispiel von zwei ausgewählten Abschnitten" zum Projekt "Flusslandschaftstypen Österreichs - Leitbilder für eine nachhaltige Entwicklung von Flusslandschaften" werden die um 1830 vorliegenden Nutzungen und Eingriffe für zwei ausgewählte Abschnitte an der Möll aufgearbeitet.

Darauf aufbauend werden die Zusammenhänge zwischen Nutzungen und naturräumlichen Standortsbedingungen bzw. zwischen Nutzungen und sozio-ökonomischem Umfeld des behandelten Zeitraums untersucht. Weiters erfolgt ein Vergleich zwischen historischer und gegenwärtiger Situation, um sowohl den Wandel der Nutzung von Flusslandschaften als auch die Abhängigkeit vom sozio-ökonomischen Umfeld transparent zu machen. Die Ergebnisse des Zusatzmoduls werden gemeinsam mit dem Gesamtmodul in den untersuchten Gemeinden präsentiert.

 
Kontakt | Site by ANET | letzte Änderung: 14. 05. 2009